Lieblingsrezepte

Lasagne

Lasagne

Jeder hat doch dieses eine Lieblingsgericht, dass er sich  immer wünscht, wenn er bei Mama zu Besuch ist. Meine Liste ist lang! Ich habe nämlich das Glück, dass meine Mutter sehr gut kochen kann und mich und meine Schwestern all die Jahre total verwöhnt hat. Anders als bei vielen Anderen gehören weniger klassisch deutsche Gerichte auf besagte Liste der Leibspeisen. Gulasch, Rouladen oder Hühnerfrikassee gab es bei uns relativ selten. Dafür die besten Melanzane alla Parmigiana, sagenhafte Piccata Milanese und  ein Tiramisu zum Niederknien. Wo wir schon bei den italienischen Klassikern sind… Ihre Lasagne ist unschlagbar.

Lasagne ist ein meiner Meinung nach vollkommen unterschätztes Gericht. Ich kenne kein italienisches Restaurant, das diesen Klassiker bei sich nicht führt. Ich kenne aber auch keinen Italiener, der dieses Gericht so gut zubereiten kann, wie meine Mama 😉 Das liegt vermutlich an der Extraportion Liebe – oder aber an der Extrazutat in der Béchamelsauce. Diese wird nämlich mit Schmelzkäse besonders reichhaltig und cremig.

Wo andere ein Hokuspokus mit der Bolognese betreiben, geht es bei uns dann doch eher einfach zu. Hier gibt es nicht „das“ Familienrezept. Bei uns kommen weder Möhren noch Sellerie rein. Wir verwenden keinen Speck und auch keine selbstgemacht Tomatensauce. Manchmal wird sogar zu einem Glas Barilla gegriffen. Mir egal, was all die Gourmets an dieser Stelle sagen. Hauptsache es schmeckt. Ich verwende übrigens ausschließlich Rindergehacktes. Natürlich kann man genauso gut gemischtes Hack nehmen.

Die Menge der Zutaten hängt natürlich immer von der Größe eurer Auflaufform ab. Ich habe Lasagne übrigens auch schon in einer Kastenform gebacken – klappt natürlich ebenso hervorragend. Andernfalls kann man sie aber auch problemlos noch zwei Tage später in der Mikrowelle aufwärmen. Einfrieren würde ich die Lasagne nicht unbedingt. Ich finde schon, dass sie dadurch sehr trocken wird und einfach nicht mehr so gut schmeckt.

Für die Bolognese das Hack in ausreichend Öl anbraten. Während es brutzelt eine gehackte rote Zwiebel dazu geben. Mit Salz, Pfeffer und ein wenig Chili würzen. Jetzt kann man einen Schuss Rotwein dazugeben – mache ich aber nicht immer – und das Ganze ein wenig einköcheln lassen. Anschließend kommen die Tomaten rein. Ich nehme immer das, was ich gerade da habe. Mal gehackte Tomaten aus der Dose. Mal nur passierte Tomaten. Manchmal mische ich und manchmal kommen auch noch frische Tomaten dazu. Wem es nicht tomatig genug ist, der kann auch noch Tomatenmark nach Belieben dazu geben. Die Bolognese muss jetzt auf niedriger Flamme köcheln. Viele sagen ja, je länger sie köchelt desto besser wird sie! Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Kräutern nach Belieben abschmecken.

Ist die Bolognese fertig, kann man die Béchamelsauce zubereiten. Als Faustregel halte ich mich immer an folgendes Mengenverhältnis: auf 50g Butter kommen 50g Mehl und 500 ml Flüssigkeit. Das reicht dann aber auch für eine große Auflaufform. Die Butter in einem Topf schmelzen. Das Mehl dazugeben und ordentlich rühren – so entsteht ein relativ fester Klumpen. Danach wird langsam die Flüssigkeit zugegeben. Ich nehme immer 250 ml Milch und 250 ml Gemüsebrühe. Das Ganze aufköcheln lassen und ca. 100g Schmelzkäse einrühren. Statt Schmelzkäse oder zusätzlich dazu, kann man übrigens auch Parmesan dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Nun wird geschichtet. Zuerst wird die Form mit ein wenig Béchamelsauce dünn ausgestrichen. Dann kommen die Lasagneplatten darauf. Die Form sollte komplett ausgelegt sein. Anschließend kommt eine Schicht Bolognese dazu, dann wieder Béchamel und so weiter. Die letzte Schicht bildet die Béchamelsauce. Wer die Lasagne erst später backen will, kann sie so nun für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen. Andernfalls könnt ihr den Ofen auf ca. 180 Grad Umluft vorheizen und Mozzarella nach Belieben auf der Lasagne verteilen. Bitte nehmt keinen Gratinkäse und auch keinen anderen geriebenen Käse. Es sollte schon richtiger Mozzarella sein, den ihr entweder in dünne Scheiben schneidet oder über der Lasagne zerzupft. Ganz besonders lecker wird es übrigens, wenn ihr Burrata zum Überbacken nehmt. Das gilt im Allgemeinen für alle mit Mozzarella überbackenen Gerichte 😉

Im Anschluss wird die Lasagne für ca. 40 Minuten gebacken. Aus dem Ofen nehmen und mindestens 5 bis 10 Minuten stehen lassen.

Die Fotos habe ich übrigens am Tag nach der Zubereitung von der erkalteten Lasagne gemacht. Andernfalls hätte sie nicht diesen festen Zustand, der Dampf hätte meine Kameralinse beschlagen und Béchamelsauce und Bolognese wären die Seiten runtergelaufen…

Lasagne

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2 Comments

  • Reply
    Typisch italienisches Tiramisu - Mit Mascarpone und Ei
    9. Oktober 2017 at 15:12

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  • Reply
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