Lieblingsrezepte

Klassisches Tiramisu wie in Italien – ohne Sahne

Tiramisu

Ich habe in der Vergangenheit ja schon häufig angedeutet, dass meine Mama eine begnadete Köchin und Bäckerin ist. Obwohl sie dabei sehr experimentierfreudig ist und immer wieder neue Rezepte und Zubereitungsweisen ausprobiert, gibt es auch bei uns diese klassischen Dauerbrenner. Die Gerichte, die man sich immer wieder wünscht, weil sie bei Mama am Besten schmecken. Neben Lasagne steht ihr klassisches Tiramisu ganz oben auf der Liste – für mich als absolute Naschkatze sogar auf Platz 1 der Lieblingsgerichte.

In ein gutes, klassisches Tiramisu gehören wirklich nicht viele Zutaten. Trotzdem ist es verwunderlich, dass es überall anders schmeckt. Mittlerweile habe ich es aufgegeben im Restaurant Tiramisu zum Dessert zu wählen. Nie, wirklich nie, ist es auch nur ansatzweise an das meiner Mama rangekommen. Weder vom Geschmack noch von der Konsistenz. Auch nicht beim Italiener!

Viele bereiten Tiramisu mit Sahne zu, verzichten auf die Zugabe von Ei oder verwenden Amaretto zum Tränken der Biscotti. DAS GEHÖRT DA NICHT REIN! Ein klassisches Tiramisu wird mit Biscotti, Kaffee, Cognac, Mascarpone, Eigelb und Zucker zubereitet. Die Problemzutaten für Viele sind dabei der fette italienische Frischkäse und das rohe Ei. Während der Mascarpone „nur“ auf die Figur schlägt, ist das rohe Eigelb für Einige bereits Vorbote einer Salmonelleninfektion. Interessanterweise sind das dann meistens Diejenigen, die sich am Büffet auch den Kartoffelsalat mit Mayo reinhauen.

Ich gebe zu: lange draußen stehen sollte das Tiramisu nicht. Aber im Kühlschrank hält es sich locker ein paar Tage. Es braucht sogar mindestens 24 Stunden Zeit, um richtig durchziehen zu können. Denn erst dann saugen sich die Biscotti so richtig mit der Kaffee-Cognac-Mischung voll und die Creme hat Zeit sich zu „setzen“.

Das Schöne an diesem Rezept ist auch, dass es kein richtiges Rezept ist. Das Kaffee-Cognac-Verhältnis kann Jeder selber bestimmen. Mache mögen es lieber stark, andere wollen nur eine leichte Alkoholnote. Man kann selber entscheiden, ob die Kekse in Flüssigkeit schwimmen, oder gerade nur so vollgesaugt sind. Man kann das klassische Tiramisu für große Mengen zubereiten, oder aber auch für einen Alleine. Dabei lautet die Faustregel auf 100g Mascarpone kommen 1 Eigelb und 1 EL Zucker.

Die Creme wird als Erstes zubereitet. Am Besten nehmt ihr dafür eine Küchenmaschine, die arbeitet auch ohne euer Zutun und ihr könnt euch währenddessen ums Kaffee kochen oder Auskleiden der Form mit Biskuits kümmern. Wenn ihr keine Küchenmaschine habt, müsst ihr zumindest ein elektrisches Handrührgerät nehmen. Wichtig ist nämlich, dass ausreichend Lust unter die Masse kommt und das klappt nicht von Hand.

Für die unten abgebildete Form (dabei handelt es sich um diese 27×18 cm große Auflaufform vom Schweden) habe ich 3 Eigelb mit 3 EL Zucker mit dem Schneebesen in der Küchenmaschine aufgerührt. Die Masse muss so lange geschlagen werden, bis sie weiß ist. Erst dann hebt ihr 300g Mascarpone mit einem großen Löffel oder einem Teigschaber unter. Das dauert ein wenig und die Masse hat hinterher auch immer noch ein paar „feste Stückchen“ drin, aber das ist nicht schlimm.

Tiramisu

Dann wird die Form mit Löffelbiskuits ausgelegt. Wenn ihr noch Platz habt, könnt ihr die Kekse einfach brechen und so Löcher füllen. Der Boden muss komplett bedeckt sein. Dann kocht ihr ausreichend starken Kaffee. Dieser wird jetzt gemeinsam mit dem Cognac über die Biskuits geträufelt – das geht am Besten mit einem Esslöffel oder einer kleinen Saucenkelle. Wie schon geschrieben, ist das Mischverhältnis euch überlassen. Der Einfachheit halber gieße ich den Cognac meist direkt in die Tasse mit dem Kaffee (bzw. bei mir Espresso) und halte mich dabei an ein Verhältnis von 1:4 bzw. 1:5. Ich achte darauf, dass die Kekse komplett vollgezogen sind, aber nicht „schwimmen“. Anschließend werden die Biskuits mit Creme bedeckt.

Tiramisu

Es sollte schon so viel Creme drauf sein, dass die Kekse komplett bedeckt sind und nicht mehr durchschauen. Aber auch hier gilt: Jeder, wie er mag. Ich könnte die Creme zum Beispiel auch pur löffeln und gebe deswegen gerne immer etwas dickere Schichten auf die Kekse. Andere mögen vielleicht eher die von Cognac und Kaffee aufgeweichten Kekse und streichen deswegen eine dünnere Schicht darauf.

Den Prozess wiederholt ihr nun. Auf die Schicht mit der Creme kommen erneut so viele Biskuits, dass keine großen Löcher mehr zu sehen sind. Da meine Form nach oben hin breiter wird, benötige ich also auch mehr Kekse. Diese lassen sich übrigens besser brechen, wenn man sie direkt in die Flüssigkeit tunkt und so etwas aufweicht. Liegen genügend Löffelbiskuits aus, wird wieder das Kaffee-Cognac-Gemisch darüber gegossen.

Tiramisu

Das Ende macht eine Schicht Creme. Auf diese siebt ihr dann Kakaopulver. Wichtig ist, dass man Backkakao verwendet und kein gesüßtes Getränkepulver wie Nesquik, Kaba oder Caotina. Die Schicht kann wirklich dick sein. Anschließend wird das Tiramisu mit Frischhaltefolie abgedeckt und kommt bestenfalls über Nacht in den Kühlschrank in den Kühlschrank. Wir bereiten es deswegen immer mindestens einen Tag vor Verzehr zu.

Für Dinner-Veranstaltungen oder Parties kann man auch dekorative Gläser verwenden. Ich habe das Tiramisu auch schon in einer Kastenform gemacht und es vor dem Servieren für eine Stunde angefroren. Erst nach dem Stürzen kommt Kakao darauf. Es wird dann in dicke Scheiben geschnitten und als Semifreddo serviert.

Tiramisu

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